Medela ist Weltmarktführer für Stillprodukte und medizinische Vakuumtechnologie. Wer das hört, denkt vielleicht an ein überschaubares Produkt. Was dahinter steckt, ist ein Unternehmen das in jedem Markt anders funktioniert – andere Vertriebswege, andere regulatorische Anforderungen, andere Kundenbeziehungen.

In den USA kauft fast jede Familie eine Brustpumpe – der Markt ist direkt, B2C, eCommerce-getrieben. In Europa wird die Pumpe auf Rezept verschrieben, über Apotheken verliehen, zurückgegeben, gereinigt, wieder verliehen – ein B2B-Modell mit komplexen Prozessen zwischen Hersteller, Apotheke und Endkundin. Und dazwischen: unterschiedliche ERP-Systeme, gewachsene Strukturen, externe Partner mit eigenen Lösungen.

Das war die Ausgangslage als ich als Consultant bei Namics – heute Teil von Merkle – in dieses Projekt eingestiegen bin.

Was auf dem Tisch lag

Drei parallele Projektstränge über mehrere Jahre: eine internationale eCommerce-Plattform für den B2C-Markt, ein B2B-Portal für den europäischen Verleihprozess mehrerer Ländergesellschaften und der globale Webauftritt auf einem neuen Content Management System (CMS) – verbunden mit der Commerce-Plattform für konsistente Inhalte über alle Märkte.

Über 50 Projektbeteiligte. Mehrere Länder. Externe Partner mit eigenen Systemen und Eigeninteressen. Und mittendrin die Frage die in jedem komplexen Projekt irgendwann auftaucht: Wer hält die konzeptionellen Fäden zusammen?

Das war meine Rolle.

Nicht als Projektleiterin – sondern als fachliche Konstante zwischen dem was der Kunde wollte, dem was die Technologie konnte, und dem was die Menschen am Ende wirklich nutzen würden. Ich habe Prozesse aufgenommen und in Diagrammen dokumentiert auf deren Basis gebaut wurde. Schnittstellen definiert – zwischen Plattform und ERP, zwischen Content und Commerce, zwischen dem was eine Apotheke braucht und was eine Mutter erwartet. Wireframes gebaut, getestet, geschult.

Und ich war in Workshops dabei in denen Prozesse entstanden sind, die vorher schlicht nicht existierten – ein Payment-Ablauf etwa der für diesen Vertriebsweg neu entwickelt werden musste, gemeinsam mit dem Finanzteam.

Was dabei wirklich zählte

In drei Jahren gab es keine große Krise die alles fast zum Scheitern gebracht hätte. Keine dramatische Wendung. Stattdessen: Abschlüsse von Teilprojekten, kurze Momente des Feierns – und dann ging es weiter. Neue Märkte, neue Anforderungen, neue Kollegen die eingearbeitet werden wollten. Es war die natürliche Form wie ein Projekt wächst, wenn das Fundament stimmt.

Das Fundament war nicht die Methodik. Nicht die Tools. Sondern dass alle – Kunde, Agentur, externe Partner – verstanden haben wofür die Arbeit war. Medela wollte Mütter in einer der verletzlichsten Phasen ihres Lebens begleiten – vor der Geburt, danach, während des Stillens. Mit einer konsistenten Erfahrung über alle Kanäle, alle Märkte, alle Berührungspunkte hinweg.

Solange dieses Ziel klar war, war auch die Komplexität aushaltbar. Das ist keine Projektmanagement-Weisheit. Das ist etwas, das man nur versteht, wenn man es erlebt hat – in einem Projekt über mehrere Jahre, mit unterschiedlichen Disziplinen, Kulturen und Perspektiven.

Die Transformation wurde 2016 mit dem Swiss Digital Transformation Award ausgezeichnet. Das war die verdiente Bestätigung für diese Transformationsreise.

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